RIVAGE PM10

Sound

Klangperfektion zum

Konzept gemacht

Den idealen Startpunkt für eine kreative Soundbearbeitung bildet zunächst einmal eine glasklare, absolut unverfälschte Reproduktion des Originalsounds. Diese Überzeugung hat bei Yamaha einen extrem hohen Stellenwert und wird bei der Entwicklung von neuen Mixern stets tief mit eingebettet. Der Klang von der Bühne muss also zunächst einmal sehr akkurat eingefangen werden. Nur dann werden die Grundlagen für eine Bearbeitung geschaffen, die am Ende das Publikum begeistern kann. Natürlich kommt diese allumfassende Philosophie auch beim RIVAGE PM10 kompromisslos zum Ausdruck.

Den Anfang der Signalkette bildet ein neu entwickelter Hybrid-Mikrofonvorverstärker mit einer analogen Verstärkersektion, der das "Natural Sound" Konzept von Yamaha in fortschrittlichster Form darstellt. Auf der digitalen Seite modelliert die beispiellose Yamaha VCM Technologie den Sound von Rupert Neves legendären Übertrager-Schaltkreisen und seinen populären SILK-Schaltungen, was für einen außergewöhnlich musikalischen und räumlichen Sound sorgt. Es folgen die gewohnt hochkarätigen Kanal-EQs und -Dynamikprozessoren von Yamaha, die beim RIVAGE PM10 einer gehörigen Frischzellenkur unterzogen wurden und für präzise und ausdrucksstarke Soundbearbeitung wie geschaffen sind.

Die internen Plugins, die sozusagen für die Kür, die kreative Soundbearbeitung zuständig sind, haben ebenfalls einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht. Besonders intensiv wurden Joint Ventures mit anderen Herstellern verfolgt, die bereits einen hervorragenden Ruf haben. So hat Yamaha nicht nur gemeinsam mit Rupert Neve Designs neue VCM-Versionen von begehrten EQ- und Kompressor-Modellen entwickelt, sondern es gab darüber hinaus eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit TC Electronic, die dazu geführt hat, dass zwei der großartigsten Hallprozessoren, die der Markt zu bieten hat, in das System integriert werden konnten. Überdies befindet sich eine Pultversion des berühmten Harmonizers von Eventide in der Entwicklung. Ein großer Pool an Plugins inklusive beliebter Module, die sich bei Vorgänger-Digitalkonsolen hervorgetan haben, versorgt Tontechniker mit einer Fülle von Werkzeugen. So bleiben Sie zu jedem Zeitpunkt in der Lage, für jede denkbare Gegebenheit den perfekten Sound zu kreieren.

Hybrid-Mikrofonvorverstärker: Eine feste Basis für überragenden Sound

Die Hybrid-Mikrofonvorverstärker in den Eingangsstufen des RIVAGE-PM10 sind für das Klangfundament des Systems verantwortlich. Dieses wird in Übereinstimmung mit Yamahas erfolgreicher "Natural Sound"-Philosophie maßgeblich vom klaren und verfärbungsfreien Sound der Analogstufe geprägt. Sowohl die Bauteil-Selektion als auch die Konstruktion, das Schaltungslayout, das Netzteil und die Erdung wurden beim RIVAGE PM10 sorgsam überarbeitet und verbessert, da diese Elemente alle großen Einfluss auf die Klangqualität haben. Selbst kleinste Ungenauigkeiten aufgrund vom Schwankungen in einzelnen Bauteilen wurden kompromisslos getestet und optimiert. Die finale Abstimmung wurde auf der Grundlage von Hörtests durch Yamaha-Experten und herausragenden Toningenieuren aus der Praxis durchgeführt. All dies führte zu einer von Grund auf neuen Entwicklung, die der Bezeichnung "Flaggschiff" alle Ehre macht. Die Fähigkeit des Systems, den auf der Bühne produzierten Sound akkurat einzufangen, liefert die den besten Startpunkt für eine kreative Weiterverarbeitung.

Modelling mit VCM-Technologie SILK-Prozessor von Rupert Neve

Ein weiterer wichtiger Faktor, der zum überragenden Sound des Hybrid-Mikrofonvorverstärkers beiträgt, ist die Digitalstufe. Die Übertrager-Schaltung und die SILK-Modi aus den High-end-Analoggeräten von Rupert Neve Designs, entwickelt vom legendären Meister Ruper Neve persönlich, wurden präzise über Yamahas VCM-Technologie (Virtual Circuitry Modeling) nachmodelliert. Nun warten diese außergewöhnlichen Vorverstärker in allen Eingangskanälen des RIVAGE PM10 auf ihre Verwendung. Das VCM-Verfahren wurde von Toshifumi Kunimoto (Kosename "Dr.K") in "K's Lab" bei Yamaha entwickelt und hat bereits zahlreiche populäre Effekte und Plugins hervorgebracht. Bei dieser beispiellosen Technologie wird präzise jeder Bestandteil einer Analogschaltung nachmodelliert, und zwar sowohl die Schaltung als Ganzes als auch die Eigenschaften einzelner Widerstände oder Kondensatoren. So ist es auch möglich, Verhaltensweisen abzubilden, die bei herkömmlichen Digitalsimulationen von analogen Geräten für gewöhnlich vernachlässigt werden, wie beispielsweise nicht-lineares Verhalten oder Sättigungseffekte. Hörtests und Feinjustierungen durch Weltklasse-Tonleute führten auch hier zu einem herausragend musikalischen Sound. Auch Rupert Neve persönlich zeigt sich begeistert von den Möglichkeiten der VCM-Technologie: "Endlich kann auf digitaler Seite eine Soundqualität entstehen, die vorher ausschließlich analogen Schaltkreisen vorbehalten war." Zwar kam die Technik bereits bei Plugin-Versionen der Portico-Serie von Rupert Neve Designs zum Einsatz, doch nun ist sie fester Bestandteil des Rivage-PM10-Hybrid-Mikrofonvorverstärkers.

Neve-Sound für alle

Es ist kein Geheimnis, dass in Tonstudios sehr häufig Mikrofon-Vorverstärker von Rupert Neve Designs zum Einsatz kommen, um dem Sound schon bei der Aufnahme einen Touch natürlich klingende Kompression und eine angenehme Sättigung mitzugeben. Und über die SILK-Modi lässt sich ein solch ohnehin schon wunderbarer Sound mit noch mehr Durchsetzungskraft und Charakter versehen. Sounds, die sonst eher dazu tendieren würden, im Mix unterzugehen, wird frischer Atem eingehaucht. Sie klingen fetter, erhalten eine Prise Goldstaub und ein großes analoges Herz. Der SILK-Prozessor aus dem Hybrid-Mikrofonvorverstärker des RIVAGE PM10 kennt wie sein analoges Vorbild zwei unterschiedliche Modi: "RED" für seidigen Glanz und "BLUE" für einen soliden, kraftvollen Sound. Es gibt darüber hinaus einen einstellbaren "TEXTURE"-Regler, mit dem sich das Spektrum an Harmonischen perfekt an die Signalquelle anpassen lässt.

Der SILK-Prozessor prägt dem Sound einen unverkennbaren Charakter auf und ist zumindest in dieser Hinsicht vergleichbar mit einem hervorragenden Equalizer oder Raumsimulator. Da die SILK-Funktion steht in allen Eingangskanälen zur Verfügung steht, bleibt Ihnen selbst die Qual der Wahl, ob die Funktion lediglich in einzelnen Kanälen zum Einsatz kommen soll, um beispielsweise bestimmte Instrumente im Mix hervorzuheben, oder aber in allen Kanälen, um dem Gesamtmix mehr Tiefe und Transparenz zu geben. Durch seine Verwendung im RIVAGE PM10-System wird der begehrte Rupert-Neve-Vorverstärker mit seinen zahlreichen kreativen Einsatzmöglichkeiten nun nicht mehr ausschließlich Studiotechnikern, sondern auch Fachleuten aus der Beschallungsbranche zugänglich.

Eingebauter Dan Dugan Automatic Mixer

Aufgrund intensiver Zusammenarbeit mit Dan Dugan Sound Design konnte der renommierte und ausgereifte Dan Dugan Automatic Microphone Mixing Algorithmus in das RIVAGE PM10 Mischpultsystem integriert werden (ab V1.5). Die Anwendung ist denkbar einfach: Schleifen Sie den Prozessor in bis zu 64 Kanälen als Insert ein und Sie erhalten automatisch eine optimierte Gainstruktur. Die Bearbeitung ist sanft und natürlich, exakt als würden mehrere erfahrene Toningenieure den Mix fahren. Rückkopplungsprobleme und Kammfiltereffekte werden minimiert. Bei Sprachanwendungen – insbesondere wenn die Aussagen nicht vorher festgelegt sind – erlaubt dies dem Operator, sich auf wesentliche Elemente im Mix zu konzentrieren, ohne durch Faderkorrekturen abgelenkt zu sein.

Bedienung

Ausgefeilte Bedienung schafft

Vertrauen und Komfort

Ausgefeilte Bedienung schafft Vertrauen und Komfort

Aufgabe des Mischtechnikers ist es, die Darbietung auf der Bühne auf die bestmögliche Weise den Besuchern zu präsentieren. Und da die Mischkonsole sein wichtigstes Werkzeug darstellt, ist ihre Handhabung unter Berücksichtigung immer anspruchsvollerer Beschallungsaufgaben von größter Bedeutung. Das RIVAGE PM10 verfügt über eine hybride Steuerung, bei der die besten Bedienkonzepte aus anderen Digitalkonsolen von Yamaha miteinander kombiniert, verfeinert und perfekt aufeinander abgestimmt wurden. So erhalten Sie stets eine perfekte Kontrolle über das Pult und seine zahlreichen Parameter.

Maßgeblich getragen wird die Bedienung des Systems durch zwei Hauptsektionen. Erstens befindet sich auf der rechten Seite des markant nach oben geneigten Teils der Pultoberfläche eine perfektionierte Version von Yamahas bewährtem und seit langem geschätzten "Selected Channel"-Interface. Von hier aus können alle Parameter des gerade selektierten Kanals direkt und auf intuitivste Weise gesteuert werden. Und zweites prangen auf der linken Seite des geneigten Panels zwei große Touch-LCDs, über die der Kontrollbereich der davor liegenden physischen Fader nahtlos fortgeführt wird. So kann eine große Anzahl von Kanälen im bewährten "Centralogic"-Stil parallel eingestellt werden. Darüber hinaus wurde die Ablesbarkeit der Drehregler optimiert, und es gibt zahlreiche weitere Details, die zur erheblich verbesserten Handhabung beitragen.

Zu den bemerkenswertesten neuen Features gehören unter anderem die Szenenspeicherfilter "Overlay" und "Isolate" sowie für die Send-Summen und Direct-Outs eine "Follow"-Funktion. Außerdem gibt es modernisierte Liverecording-Funktionen, zwei Monitor-Ausgänge und eine Fülle weiterer Funktionen, die einer reibungslosen Bedienung und einer perfekten Integration in einer Vielzahl verschiedenster Arbeitsumgebungen förderlich sind.

Vollausstattung: Das Yamaha-"Selected Channel"-Interface

Bei Yamaha hatte die Benutzerfreundlichkeit von Digitalkonsolen stets eine hohe Priorität. Es wurden keine Mühen gescheut, intuitive Schnittstellen auch für Mischtechniker zu schaffen, die an der Analogkonsole gelernt haben. Gleichzeitig wurden die Vorzüge digitaler Technologie und ihrer Funktionen immer besser integriert. Beim RIVAGE PM10 wurde das Konzept nun bis ins kleine Detail perfektioniert, indem ein bereits vertrautes, aber in vielerlei Hinsicht weiter verbessertes Interface geschaffen wurde, das den Ingenieur beim Erreichen des angestrebten Sounds beispiellos unterstützt. Ein Kernelement dieses Interfaces wird einem der berühmtesten Branchenstandards Yamahas gebildet, dem "Selected Channel"-Konzept. Dies ermöglicht einen direkten, "analogen" Zugriff auf die Parameter eines über die "SEL"-Taste selektieren Kanals. Beim "Selected Channel"-Bereich des RIVAGE PM10 stand die Bedienelement-Vollausstattung der legendären Digitalkonsole PM1D Pate, sodass alle Kanalparameter schnell und ohne Umwege erreicht werden können. Die Drehregler, Tasten und Anzeigen nutzen den verfügbaren Platz auf der Pultoberfläche perfekt aus. Die großzügige, ergonomische Anordnung ermöglicht eine komfortable, geschmeidige Bedienung in jeder denkbaren Umgebung und Mixing-Situation.

Kanalzugdarstellung und Touch-Screen-Konzept verschmelzen für intuitive Kontrolle

Das Bedienpult des RIVAGE PM10 verfügt über drei Gruppen mit je zwölf Fadern, denen je nach Bedarf und Vorlieben des Nutzers Kanäle zugewiesen werden können. Die beiden Fadergruppen auf der linken Pultseite arbeiten mit zwei großen Touchscreens zusammen, wodurch sich eine erweiterte Version der bewährten Centralogic-Bedienumgebung ergibt. Die Faderstrips gehen in vertikaler Richtung nahtlos in die virtuelle Touchscreen-Steuerung über, was zu einem übersichtlichen und schlüssigen Bedienkonzept führt. Das RIVAGE PM10 erlaubt die bequeme Verwaltung von Kanälen in Gruppen mit jeweils zwölf Kanälen. Auch lässt sich die Konsole problemlos von zwei Personen gleichzeitig bedienen, indem der eine Mischtechniker an der der linken Pultseite, der andere an der rechten Pultseite sitzt. Praktische Features wie Kopfhörerbuchsen an beiden Enden der Pultvorderseite und herausziehbare Kopfhörerbügel unterstützen eine solche Arbeitsweise bereits ab Werk und verdeutlichen einmal mehr, dass Yamaha auch dann mitdenkt, wenn es nur um kleine, dem Komfort zuträgliche Details geht.

Für jeden Job wie geschaffen: der Monitorbereich

Die Anforderungen an das Monitoring können in der Livebeschallung von Job zu Job erheblich variieren. Daher sind anpassungsfähige Abhörmöglichkeiten von größter Bedeutung. Das RIVAGE PM10 verfügt über zwei Monitor-Ausgänge plus Cue-Busse. Bis zu acht unterschiedliche Kombinationen von Abhör-Signalquellen können gespeichert und mit einem Handgriff wieder aufgerufen werden. Selbstverständlich kann für jede der Lautstärkepegel angepasst werden. Darüber hinaus beinhaltet der Monitorbereich eigene Delays sowie einen parametrischen EQ mit acht Bändern. Ein Insert vor der EQ-Stufe erlaubt es, auch hier Plugins einzusetzen.

Kleine Details, große Wirkung

Die Haupt-Drehregler des RIVAGE PM10 werden von LEDs, welche die aktuellen Einstellungen visualisieren, umringt. Die Lämpchen sind in Hufeisenform angeordnet, wodurch eine optimale Ablesbarkeit gewährleistet wird, auch wenn die Regler beispielsweise von unten betrachtet werden, was bei den Multifunktions-Encodern am oberen Ende der physischen Kanalzüge meistens der Fall sein wird. Die besondere Form sorgt dafür, dass die LED-Anzeigen nahe der 12-Uhr-Position nicht vom Regler verdeckt werden. Die Form der Fader stellt ein weiteres wichtiges Merkmal dar. In all den Jahren, in denen Yamaha Pultoberflächen entwickelt und verfeinert hat, wurde auch sie weiter perfektioniert. Die Konturen unterstützen eine sichere, komfortable Kontrolle über den Fader, unabhängig davon, wo auf dem Fader der Finger positioniert wurde.

Die hohe Wertschätzung dieses Features ergibt sich sozusagen durch erstmaliges "Handauflegen" automatisch. Unter der Armlehne wurde eine kleine Leuchte in die Pultvorderseite eingebaut, um eine Tastatur/Maus-Kombination zu beleuchten, die hier positioniert werden kann. Hierbei handelt es sich zwar nur um ein kleines Detail, aber um eines von vielen, die gemeinsam zu einer erheblich verbesserten Bedienung beitragen.

Die Konsole wurde so gestaltet, dass sich die Touchscreens und der "Selected Channel"-Bereich im deutlich schräg nach oben geneigten Pultbereich befinden, was von der Mischtechniker-Position aus für eine optimale Ablesbarkeit sorgt. Darüber hinaus können alle Bedienelemente komfortabel erreicht werden, und es ist sogar möglich, gleichzeitig die Bühne und das Pult im Auge zu behalten. Natürlich haben Sie auch die Touchscreens stets in Reichweite und daher mühelos im Griff.

Erweiterter Funktionsumfang

"Isolate"-Funktion für erweiterten

Einsatzbereich der Szenen-Recall-Funktion

"Isolate"-Funktion für erweiterten Einsatzbereich der Szenen-Recall-Funktion

Bei den meisten modernen Konsolen spielt die Verwaltung von Mischszenen eine zentrale Rolle. Da Mischtechniker jedoch tendenziell grundverschiedene Mixstile pflegen und daher sehr unterschiedliche Herangehensweisen an die Verwendung von Mischszenen haben, wurde dieser Bereich beim RIVAGE PM10 sehr anpassungsfähig konzipiert. So verfügt das System über diverse "Filtermöglichkeiten" beim Szenen-Aufruf, dem so genannten "Recall". "Focus Recall", eine Funktion, die vielen Nutzern von Yamaha-Digitalpulten bereits vertraut ist, ermöglicht es beispielsweise, die Parameter, die aufgerufen werden sollen, einzugrenzen. Die ebenfalls bewährte "Recall Safe"-Funktion arbeitet hingegen genau umgekehrt. Hier werden bestimmte Parameter festgelegt, die vom Recall ausgenommen werden sollen. Bei der neuen Funktion "Isolate" ist es möglich, ganze Kanalmodule (mit EQs, Dynamics etc.) festzulegen, die vom Recall unangetastet bleiben sollen. Das heißt, selbst wenn bestimmte Parameter eines Kanals bereits von der "Recall Safe"-Funktion geschützt werden, kann über "Isolate" gleich der ganze Kanalzug vom Recall ausgenommen werden, ohne dass die Recall-Einstellungen verändert werden müssen. Diese Funktion wird in Situationen, in denen der Mischszenenspeicher stark frequentiert wird, von unschätzbarem Wert sein.

"Overlay"-Filter für eine schnelle Reaktion auf plötzliche Veränderungen

Beim "Overlay"-Filter handelt es sich um ein weiteres neues Feature, das den Nutzen des Szenenspeichers erheblich erweitert. Dieses Filter kann über einen aktuellen Mix gestülpt werden, um unabhängig vom Szenen-Recall Pegelversätze, so genannte "Offsets", auf Fader-Pegel und Mix/Matrix-Sends anzuwenden. Ein denkbare Anwendung wäre beispielsweise, wenn ein nicht eingeplanter Künstlerwechsel stattfindet, und der entsprechende Kanal eine Pegeländerung benötigt. Über die "Overlay"-Filterfunktion kann der Kanal vorübergehend im Verhältnis zu den anderen Kanälen verändert und bei Bedarf augenblicklich wieder in den Urzustand versetzt werden. Bei oben erwähnten Überraschungen kann das "Overlay"-Filter seine Stärken perfekt ausspielen.

Zwei praxisnahe Herangehensweisen an Liveaufnahmen

Die Möglichkeit, Liveaufnahmen in professioneller Qualität durchzuführen, ist bei Beschallungskonsolen mittlerweile Plicht. Das RIVAGE PM10 unterstützt nicht nur praktisches 2-Spur-Recording auf einen USB-Flashspeicher, sondern sogar komplexe Mehrspuraufnahmen über ein optionales Dante-Netzwerk, um auch anspruchsvollsten Recording-Aufgaben gewachsen zu sein. Bei der einfachen 2-Spur-Aufnahme werden die Ausgänge der STEREO-Summe oder der MIX-Busse auf ein USB-Flashspeichergerät übertragen.

Hintergrundmusik oder Soundeffekte, die auf dem Flashspeicher aufgenommen wurden, können zum Ausspielen einem beliebigen Eingangskanal zugewiesen werden. Sowohl der Eingang als auch der Ausgang verfügen über eine Samplerate-Konvertierung. Daher kann die Aufnahmefunktion sofort verwendet werden, ohne dass sich der Benutzer Gedanken über die System-Samplerate machen muss. Die Audiodaten können je nach Bedarf im WAV- oder MP3-Fomat aufgenommen und ausgespielt werden. Mehrspuraufnahmen hingegen lassen sich erst mithilfe eines Computers, einer DAW-Software und einem Dante-Audionetzwerk realisieren. Dafür muss eine optionale HY144-D-Karte eingebaut sein. Ist der Rechner darüber hinaus mit einer PCIe-Accelerator-Audiointerfacekarte ausgestattet, lassen sich bis zu 128 Kanäle (Ein- und Ausgänge) bei 96 kHz aufnehmen. Über die "Dante Virtual Soundcard" sind es immerhin noch 64 Ein-/Ausgangsspuren. Mehrspuraufnahmen von Proben lassen sich für virtuelle Soundchecks, bei denen die Künstler nicht anwesend sein müssen, verwenden. Die Eingangsverpatchung kann für alle benötigten Kanäle in einem Arbeitsschritt von Aufnahme auf virtuelle Soundchecks oder umgekehrt geroutet werden. Recorder-Ausspielungen und Bühneninputs können bei Bedarf problemlos kombiniert werden.